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OF

COMPARATIYE ZOÖLOGY,

AT nARYAßü COllEGE. CAMBRIDGE. mIsS. jyoiintJcXi bi) prftote sutscrfpiion, fn 1861.

From the Library of LOUIS AGASSIZ.

/

^

i

SITZUNGSBERICHTE

nKR KAISF.RMOHKN

ÜKiDGIllE DER WISSEICIIUFTEI.

MATHEMATISCH-NATURWISSENSCHAFTLICHE CLASSE.

SIEBEN UND FÜNFZIGSTER BAND.

WIEN.

AUS DEK K. K. HOF- UND STAATSÜBUCKEKEI.

IN COMMISSION BEI KARL RF.nOLD'S SÜHN, BUCHHÄNDLER l>KR KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

1868.

SITZÜ^GSBEKICIITE

»EM

MATHEMATISCH - NATURWISSENSCHAFTLICHEN

CLASSE

DKR kaisp:ri.ichkn

AKADKMIE DER WISSENSCH AKTKN.

IVII. «AND. I. ABTHEllllM.

Jahrgang 1S68. Heft I bis A^.

'^(Mi\ 56 Cafflit nnb rinrm 1|oljSttinittt.)

AUS DKI! K. K. II<»H- UNO STAATSlHilJCKEREI.

IN COMMISSION BEI KARL GKROLD'S SOHN, BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DKR WISSENSCHAFTEN.

INHALT.

Seite

I. !>)i(y.uiig; vom 9. Jiiiiner 1868: Ubersitlit 3

Butte, Über die Rolle der Veränderungen des unorganischen

Festen im großen Maßstäbe in der Natur 8

Verson, Zur Insertionsweise der Muskelfasern. (Mit 1 Tafel.) 63

Klein, Über diis Kpithel der Schleimhaut und die Ausführungs- gänge der Drüsen des weichen Gaumens und der Uvula des Menschen 67

II. Sitzung vom 16. Jänner 1868: Übersicht 70

Feters, Zur Kenntniß der Wirbelthiere aus den Miocensciiich- ten von Eibisw:ild in Steiermark. I. Die Schildkröten- reste. (Auszug.) 72

Fleischt, Über den Bau der sogenannten Schilddrüse des

Frosches. (Mit IT^fel.) 75

Reiiss , Paläontologische Beiträge. (Zweite .Fol^-i-.) (Mit 3

Tafeln.) 79

m. Silzuug vom 23. Jänner 1868: Übersieht; HO

Baue, Werden der Menschheit immer, wie jetzt. Mineral-

schäfze zu Gebote stehen? 112

Fitiiiiger , Kritische Untersuchungen über die der natürlichen

Familie der Spitzmäuse (Soricesj ungehörigen Arten.

(I. Abtheilung.) '. 121

Sffiloe/iback , Über die norddeutschen Galeriten-Scbichten und ihre Brachiopoden-Fanna. (Mit 3 lithogr. Tafeln und einem Holzschnitte.) 181

If. SitKiing vom 6. Februar 1868: Übersicht 227

Suess . Über die Äquivalente des Rothliegenden in den Süd- alpen. (Mit 2 lithographirten Tafein.) 230

Kner, Über Concliopoina gadifurme nov. gen. et spec. und Acaitthodes aus dem Rotiiliegenden (der untern Dyas) von Let)ach bei Saarbriieken in Rlieinpieussen. (.Mit 8 litliographirlen Tafeln.) .... 278

W Sitzung vom 13. Februar ISGS: Üb.Msieht 301»

Li'ilgel) , Beiträge -/.m- Kniu irklungsgcseliiclili itcr l'li;ihzen-

orgaiie. (Mit ^Tafeln.) 308

VI

VI. Shzung vom 20. Februar 1868: Übersicht 343

VII. Nitziin^ vom i2. Miirz 1868: Übersicht 347

Steindachner , Ichtliyologischer Bericht über eine nach Spa- nien und Porfuuiil unternommene Reise (V. Forts.) (Mit 6 Tafeln.) 351

Fitzinger, Kritische lJntersuchunp;en über die der natürlichen Familie der Spitzmäuse (Sorices) aiif(eiiörii,'en Arten. (II. Abthoilunsr.) 425

Hüttcnhrfnnrr . Untcrsuchunijen iilier die Binnenmuskcin des

Auges 515

Steindachner . Über eine neue Hj/lor an a- Art von C;ip-York in

Australien. {Mit 1 Tafel.) 532

Laube, Die Fauna der Schichten von St. Cassian. (Auszug.) . 537

VIII. Sitzung vom 19. März 1868: Übersicht 544

IX. Sitzung vom 26. März 1868: Übersicht 548

X. Sitzung vom 16. April 1868: Übersieht . 553

Baue , Über die jetzige Theilnng der wissenschaftlichen Ar- beit, so wie über Granit und Metamorphismus-Theorien 557 Fitzinger, Kritische Untersuchungen über die der natürlichen Familie der Spitzmäuse (Sorices) angehörigen Arten.

(III. Abtheilung.) 583

Peters u. Maly , Über den Staurolith von St. Radegund, (Mit

1 Tafel.) 646

Laube , Die Fauna der Schichten von St. Cassian. IV. Ahtheil.

Gastropoden II. Hälfte. (Auszug.) 661

Steindachner, Ichthyologischer Bericht über eine nach Spa- . nien und Portugal unternommene Reise. (wSechste Fort- setzung. (Mit 6 T;ifein.) 667

V. Zepharovich , Mineralogische Mittheilungen. (III.) . . . . 740

XI. Sitzung vom 23. April 1868: Übersicht 753

Peters, Zur Kennlniß der Wirbelthiere aus den Miocenschich-

ten von Eibiswald in Steiermark. II. (Auszug.) . . . 756

XII. Sitzung vom 30. April 1868: Übersicht 760

Suess , Über die Äquivalente des Rothliegenden in den Süd- alpen. (Schluß.) (Mit I.Tafel.) 763

EltingshauHcn, C. Frh. v., Die fossile Flora d( r älteren Braun-

kohlei>rorm:iti..n der Wetterau. (Mit 5 Tafeln.) ... .807 Poscpny , Über conccntrisch-schalige Mineralbildungen. (Mit

2 Tafeln.) 894

liiibnaff, Bei'riiu'e zur Konntniß der Struclur des Knorpels.

(Mit 1 Tafel.) 012

VII

Seite

XIII. Sitzung vom 14. Mai 1868: Übersicht . . 919

V. Winiwarfer, Zur Anatomie des Ovariums der SSugethiere.

(Mit 1 Tafel.) 922

UUik, Mineral-chemische Untersuchungen 929

XIV. Sitzung vom 22. Mai 1868: Ül)ersicht 948

Yotmg , Zur Anatomie der ödematösen Haut. (Mit 1 Tafel.) . 951

Woronichin , Zur Anatomie der indurativen Pneumonie. (.Mit

1 Tafel.) 958

Steindachner, Ichthyologische Notizen (VII). (Mit 5 Tafeln.) 965

Reitz, Beiträge zur Kenntiiiß des Baues der Placenta des

Weibes. (Mit 1 Tafel.) 1009

Fitzinger , Geschichte des kais. kön. Hof-Naturalien-Cabinetes

zu Wien. (II. Abtheilung.) 1013

Verson, Beitrüge zur Kenntniß des Kehlkopfes und der Tra- chea. (Mit 1 Tafel.) 1093

Gussenbauer , Über die Muskulatur der Atrioventricularklap-

pen des Menschenherzens 1103

Klein, Über die Vertheilung der Muskeln des Oesophagus.

(Mit 1 Tafel.) Uli

SITZUNGSBERICHTE

DER

KAISRHLK HEN AKADEMIE DER WISSENSriIAFTEN.

MATHEMATISCH -NATUIIWISSENSCHAFTLICHK CLASSE.

LYii. um,

ERSTE ABTHEILÜNG. 1.

Enthält die Abliandlung-en aus dem Gebiete der Mineralogie, Botanik, Zoologie, Anatomie, Geologie und Paläontologie.

Sitzb. (1. muthem.-iiiiluiw. Cl. LVII. Bd. 1. Ahth.

I. SITZUNG VOM 9. JÄNNER 18G8.

Se. Excellenz der k. li. Minister des Innern, Herr Dr. Giskra, eröffnet der Akademie, mit Zusclirift vom 2. Jänner I. J., daß er das ihm von Sr. k. k. apostol. Majestät allcrgnädigst übertragene Amt am 1. Jänner d. J. angetreten liabe, und versichert die k. Akademie der Wissenschaften der kräftigsten Förderung ilirer Interessen. Ferner richtet der k. k. Minister Herr Dr. Berger eine Zuschrift ähnlichen Inhaltes dto. o. Jänner an die Akademie.

Das c. M. Herr Prof. Dr. E. Mach in Prag übersendet eine vierte Abhandlung „über den physiologischen Effect räumlich ver- theilter Lichtreize" nebst einer stereoskopischen Durchsicht der Wellenlängen eines zweiaxigen Krystalies.

Herr W. Schi emulier, k. k. Lieutenant inOlmütz, über- mittelt eine Abhandlung: „Einfluß der Sonne auf die Wärme der Erdoberfläche".

Die Redaction der „Zeitschrift für exacte Philosophie" zu Halle und Leipzig übersendet eine Preisaufgabe aus dem Gebiete der Astronomie, Geologie und Biologie.

Herr Prof. Dr. E. Brücke überreicht eine Abhandlung: „Über das Aufsuchen von Ammoniak in thierischen Flüssigkeiten und über das Verhalten desselben in einigen seiner Verbindungen".

Herr Dr. A. Boue macht eine Mittheilung über das Vorhanden- sein von Belemniten in der Gosauformation, über den Werth der chronologisch-bibliographischen Aufzählungen in den physikalisch- natnrhistorischen Wissenschaften und über die Herstellung einer Eisenbahn von Belgrad nach Salonik.

Derselbe bespricht ferner den Inhalt seiner Abhandlung „über die Rolle der Veränderungen des unorganischen Festen im großen Maßstabe in der Natur."

Herr J. Prang hofer, Assistent der höheren Mathematik am Wiener k. k. Pol\ technicum , legt eine Abhandlung: „Beiträge zu

einer Aberscheii Gleicluiiif; uml zu eiiiein Satze von Parseval" vor.

Herr Dr. S. Stricker legt folgende drei Abliandlungen vor;

1. „l l)er die passiven Wanderungen von Zinnoherkörnelien durch den thierisclien Organismus" von Herrn Dr. W. Keitz aus St. Petersburg;

2. „Über das Epiliiel der Schleindiaut und die Ausfübrungs- gänge der Drüsen des weichen Gaumens und der Uvula des IMenschen" von Herrn Em. Klein;

3. ,,Zur insertionsweise der Muskellasern" von Herrn Med. Cand. Enrico Verson aus Padua.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Academie Imperiale de Medecine : Memoires. Tome XXVII,

r" Partie ; Tome XXVHI, l'" Partie. Paris, I860 &r 1867: 4o.

Bulletin. Tome XXX. Paris, 1864—1860; 8«. des Sciences, Belles-Leltres et Arts de Lyon: Memoires.

Classe des Sciences. Tome XV*. Lyon et Paris, 186Ö 66; 4». Akademie der Wissenschaften, Königl. Preuss. , zu Berlin:

Monatsbericht. August 1867. Berlin; 8". American Journal of Science and Arts. V^ol. XLiV , Nrs. 130

132. New Haven, 1867; 8». Annalen der Chemie von Wohl er. Liebig & Kopp. N. R.

Band LXVIII, Heft 2; V. Supplementband, 2. Heft. Leipzig &-

Heidelberg, 1867: 8. Annales des mines. VI* Serie. Tome XI, 2". Livraison de 1867.

Paris; Apotheker-Verein, allgem. österr. : Zeitschrift, ö. Jahrg. Nr. 24;

6. Jahrgang, Nr. 1. Wien, 1867 & 1868; 80. Astronomische Nachrichten. Nr. 1671 1672. Altona, 1867 &

1868; 40. Bericht des akademischen Lesevereins zu Prag, 1866 67. Prag,

1867; 80. Biblio theque Universelle et Revue Suisse: Archives des sciences

physiques et naturelles. N. P. Turne XXX", Nr. 118—111).

Geneve, Lausanne, Neucliatel, 1867; 8". Carte geologique de la Neerhiiide. (17 Feuilles) in Folio.

Comptes rendiis des seanoes de l'Academie des Seienees. Tome

I.XV, Nr. 23—26. Paris, 18G7; 4«. Cos mos. 'S" Serie. XVP Aiinee, Tome I, 11* 13" Livraisons;

XVirAnnee, Tome II, 1" Livraison. Paris, 1867 & 1868; 8o. (ieii ootscha p, Bataviaasch, van Künsten en Wetenschappen :

Verhandelingeii. Decl XXXII. Batavia, 1866; 4«. Tijdselii-ift

voor Indisclie Taal-, Land- en Volkenkunde. Deel XIV, Aflev.

n 6: d: Deel XV, Aflev. 1—6; Deel XVI, Aflev. 1. Batavia &

■s Hage, 1864, 1865 cV 1866: 8«. Notnlen. Deel II, Allev.

1_4; Deel III, Aflev. 1—2; Deel IV, Aflev. 1. Batavia, 1864.

186Ö& 1866 : 8o. Calalogus der Bibliotheek. Batavia, 's Hage,

1864; 8o. Gerding, Th., Geschichte der Chemie. Leipzig, 1867; 80. Gesellschaft, österr., für Meteorologie: Zeitschrift. II. Band,

Nr. 13—24. Wien, 1867; 8».

allgem. Schw rizerische, für die gesammten Naturwissenschaf- ten: Nene Denkschriften. Band XXII. Zürich, 1867; 4». Actes. SO* Session. 1866. Neuchatel; 8».

natnrforsehende, in Bern: Mittheilungen aus dem Jahre 1866. Bern, 1867; S*».

Gewerbe - Verein, n. - ö. : Verhandlungen und Mittheilungen.

XXVIII. Jahrg., Nr. 30—32; XXIX. Jahrg., Nr. I. Wien,

1867 & 1668; 80. Giessen. Universität: Akademische Gelegenheitsschriften. 1861)

1867; 40 & 80. Grunert, Joh. Aug., Archiv der Mathematik u. Physik. XLVII. Theil,

3. Heft. Greifswald, 1867: 80. Haast, Julius, Beport on tlie Headwaters of the Biver Bikaia.

Christchnrch, 1867; kl. Folio. H e I s i n g f 0 rs , Universität : Akademische Gelegenheitsschriften.

1865 & 1866; & 80. Hörn es, Moriz, Die fossilen Mollusken des Tertiärbeckeiis von

Wien. H. Band, Nr. 7 & 8. Wien, 1867; 4o. Institut National Genevois: Memoires. Tome XI*. 1866. Gcneve,

1867; 40. Bulletin, 1866. Nr. 30 31. 8". Ist ituto, B., Veneto, diScience, Lettere edArti: Memoire. \\)l.\lll.

Parte 3. Venezia, 1867; 4«. Atti. Tomo XU, Serie 111',

Disp. 10". Venezia, 1866—67; 8".

6

Islituto, R. , tecnico di Piilermo: Gionutlc ili Soienze naliirali ed

economiclie. Anno 1867, Vol. III. Fase. 1 3. Palermo; 4«. .lahrltueh, Berliner Aslroiioniiselies liir 1870. Berlin, 1808; 8». Jali res l»e rieh t ül)er die Fortseliri(l<' der Cltenüe von II. Will.

Für 1860. 2. Heft. Gießen, 1867; 8". Land- und l'orshvirthschaftliche Zeitung. 17. Jahrg. Nr. 50 -52.

Wien, 1807; 4". Marburg, Universität: Akadeniisclie Gelegenlieitsschriften. 1866

1867; 4«> c^- 8«. Mittheilungen des k. k, Genie-Coniite. Jahrgang 1867, 9. &

10. lieft. Wien; 8o. Moniteur scientitique. 264'' Livraison. Tome IX*", Annee 1867.

Paris; 4o. Museo puhlico de Buenos Aires: Anales. Entrcga 2''\ Buenos Aires,

1867; 4o. Reiehsl'orst verein, ("sterr. : Monalssehrifl für Forstwesen. XVIi.

Band, Jahrg. 1867, Seplemlier- & Oeloher-Ilelt. Wien; 8". Bevne des cours seienliji(jnes et litteraires de la France et de

l'etranger. V*' Annee, Nr, 2— ,S. Paris tK; Briixelies, 1867

1868; 4«. Societe Liniieenne du Nord ile la France: Mi-moires. Annee 1866.

Amiens, 1867; 8o.

litteraire, scienlifique et artistique d'Apt: Annales. III'" Annee. i 865— 1866. Apt, 1867; 8.

Imperiale de Medecine de Constanlinople: Gazette medieale dOricnl. \l'' Annee, Nr. li 6. Conslantinopie, 1867: 4".

Linneenne de Lyon: Annales. Anni'e 180<). N. S. Tome XIV*". Paris, 1867; 4«'.

des Sciences physiques et naliu-elles etc. de Lyon: Annales. IIP' Serie. Tomes IX & X. 186Ö cV 1866. Lyon & Paris; 4".

Imperiale des Naturalistes de Moscau: Bulletin. Tome XL, Annee 1867, Nr. 2. Moscou; 8o.

Society, The Chemical: Journal. Series 2, Vol. V. July— Sep- tember, 1867. London; 8».

The Anthropologieal, of London: The Anthropological Review. Nrs. 18—19. London, 1867; 8o. List of Fellovvs. 1867; 8". Catalogue of Bocks. 1867; 8''.

Society, The Linnean, of London: Transactions. Vol. XXV, Part 3.

London, 1866; 4". General Index to the Transactions.

Vols. I to XXV. London, 1867; 4«. Journal. Botany:

Vol. IX, Nrs. 38—39; Zoology: Vol. IX, Nrs. 34—35. London,

1866—1867; 8«. List. 1866; 8». The Natural Ilistory, of Dublin: Proceedings for the Session

1864—65. Vol. IV. Part. 3. Dublin, 1865; 8o. Upsala, Universität: Akademische Gelegenheitsschriften. 1866 «fc

1867; 8o, 4o und Folio. Verein für Natur^^ issenschaften zu Hermannstadt: Verhandlungen

und Mittheilungen. XVIII. Jahrgang. Nr. 1—6. Hermannstadt,

1867: 8o. Wiener medizin. Wochenschrift. XVII. Jahrg. Nr. 100—104.

XVIII. Jahrg. Nr. 1—3. Wien, 1867 & 1868; 4o. Wochen-Blatt der k. k. steierm. Landwirthschafts-Gesellschaft.

XVI. Jahrg. Nr. 26. Grazt, 1867; 4o. Zeitschrift für Chemie von Beilstein, Fittig und Hübner.

X. Jahrg. Nr. 21—22; XI. Jahrg. Nr. 1, Leipzig, 1867 &

1868; 8o.

über die Rolle der Verändertingen des im organischen Festen im großen Maßslabe in der Natur.

Von dem w. M. Dr. A. Bou6.

Das unorganische Feste unserer Erde ist im beständigen Kampfe um ihr Verldeiben wie es ist, oder mit andern Worten es ist immerwährenden Veränderungen ausgesetzt. Letztere werden durch mechanische oder chemische Wirkungen hervorgerufen. Unter den erstem stehen oben an die Resultate der Bewegungen des Flüssigen, mag nun letzteres gasartig wie der atmosphärische Wind oder wässerig wie die Meeresfluthen , die laufenden sowohl als die in die Erde infiltrirten W^ässer. oder selbst ein durch Kälte starr gewordenes Wasser sein. Die anderen mechanischen Umände- rungen des Unorganischen werden nur durch innere Kräfte, wie Erschütterungen, Rutschungen. Spaltungen, Reibungen, Umstürzun- gen und Einstürzungen hervorgebrachl, indem im Erdballe selbst un- sichtbare Mächte die innere Structur der Erde und ihre verschiedenen Bestandtheile beniitzt zur Hervorbringung der vulkanischen Phäno- mene so wie auf diese Weise zu derjenigen großer Umänderungen an der Erdoberfläche. Welche Kralle alles dieses verursacht, bleibt uns einstweilen verborgen und erlaubt nur Muthmaßungen , bis die Zukunft uns einnv.il den wahrscheinlicji rythmischen Causal-Verband der erwähnten Erscheinungen mit den uns bis jetzt bekannten Kräften so wie mit den astronomischen Eigenlhümlichkeiten unseres Erdballes erschließt.

Die chemischen Wirkungen sind erstens die bekannten durch die atmosphärische Luft oder ihre Bestandtheile iiervorge- brachten Veränderungen im Unorganischen, dann die Auflösungskraft der reinen so wie der Mineralwässer, weif er die Umwandlungen, M't'lche durch gegenseitige Affinität der Elementarkörper durch katalytische Kraft, durch Dissociafion (siehe Fournel Acad. de Lyon l8Gy 24. Jänn.) oder auf elektrischem Wege zu Stande kom-

über die Rdlle der Veriin(lprun"en des unorj^-anisclien Festen etc.

9

men. Indessen nacli Umständen modifieirt oder liefitrdert diese Ver- änderungen der wichd'ge Naturfactor der Fllektricität iiiid der Magnetismus so wie ihre Verbindung in ihrem polymoridiiselien Standpunkte.

Üher die nieelianiselien Umänderungen des Unorganisclien be- sitzen Mir schon sehr viele Thatsachen, welche täglich an Genauig- keit gewinnen. Seit den letzten 40 Jahren haben sicli besonders unsere Kenntnisse über das sogenannte All u vial -Geh ie t oder die Hauptproducte der Zerstörung und Wegl'ührung der Meeres- fluthen so wie der lautenden Wässer, sehr erweitert. An die Stelle der zwei ehemals angenommenen großen Abtheiluiigen in der Zeit ist nicht nur eine große Zahl getreten, sondern man hat noch Beweise genug gefunden, um für gewisse Gegenden oder eigene Becken höchst wissenschal'tlich gegründete Zergliederungen vorzu- schlagen, dessen hervorbringende Ursachen man aucli entdeckt hat. Unter andern hat die wunderhare Erkenntniß eines ziemlich kalten Zeitraumes während der Alluvialzeit, wenigstens in der gemässigten Nordzone, zu diesen neuen Eroberungen in der Geologie der obersten Erdhülle, theilweise viel beigetragen. Da das erratische Phänomen in Südamerika auf der südwestlichen Küsle und selbst inNeu-Seeland bekannt wurde, so ist es möglich, daß es daselbst auch eine Alluvial- Eiszeit einmal gab.

Die Winde, diese fiir den IMenschenverkehr so wichtigen atmosphärischen Bewegungen, sind eigentlich nur gründlich in unsern Zeiten beobachtet und ihre innige Verbindung mit Tempe- ratur sowohl in der Entstehung als ihren Riciitungen nacli bewiesen worden (siehe Dove, IMaury u. s. w. Abb.). Die sogenannten Cyklonen oder Wirbelwinde haben manches Meteorologische aufge- klärt. (Siebe Espy, Piddington, Redfield, Poey, Loomis, Dove u. s. w.). Unter den Windwirkungen auf das Unorganische sind uns die Dünenbildungen viel besser bekannt geworden, jene Sandhaufen, welche selbst als förmliche Hügel am französischen Ufer des biskaysclien IMeerbusei.s erschienen. Das Merkwürdigste aber ist, daß die Winde die Übertragung von sandigen unorganischen sammt zahlreichen organischen Wesen von einem Continente zum andern und selbst von einem Welttheil in den andern vermitteln. (S. Ehren- berg's Schriften). Die Herren >'irlet und H. de Saussure haben Iiie und da in Mexico die Bemerkung gemacht, vie sehr der Staulf,

10 B 0 u e

bosoiulers bei Wirbclwiiideii. zur llervorbringiing des Ackerbodens beiträgt. (Bull. Soc. geol. Fr. 1857. B. 15, S. 129. Coup d'ocil. sur r Hydrologie duMexique 1864, S. 65.) Diese Tbatsacbc findet überall, l)esoiulers aber auf felsigem Boden oder auf Rollsteinablageriingen seine Bestätigung.

Über die Infiltration des Wassers im Erdboden baben uns sowobl Biscbof (Cbem. pliysik. Geologie 1847. B. 1, S. 233) als Daubree (C. R. Ac. d. Sc. P. 1861. B. 52) genugsam Auf- scbluß gegeben. Da aber das Wasser immer atmosphärische Luft also auch Kohlensäure mit sich führt, so steigert sich ihre Autlösungs- kraft. Die Infiltrationen dieses Flüssigen sind Capillariläls- und cndos- mosische Phänomene unter dem Luftdrucke, durch welche das Wasser selbst in die härtesten Felsarten eindringt und wohl bis zu den Tiefen gelangen kann, wo der Druck der Dilatationskraft wegen der Erdhitze nacligibt (Beruh. Studer"s Geologie 1864, B. 2, S. 41); das Wasser muß dann verdampfen und natürlicherweise unter dieser Form viel zu den Erderschütterungen und selbst zu den Vidcanischen Katastrophen beitragen können. In allen Fällen müssen diese unterirdischen Wässer sowohl das nur tropfbare als das wirk- lich fließende Medium manche chemische Zergliederungen so wie Reactionen unter den Erzen wie unter den erdigen Mineralien be- fördern, was Fournet (Soc. philomat. Paris 1843. S. 120), De la Neue (dito 1854 24. Juni), Ebelmen (ITiistitut 1851. S. 409), H. Rose (Pogg. Ann. 1852, B. 86, S. 49, 87 u. 470) u. s. w. aus- führlich besprachen.

Was die Erschütterungen unseres Erdballes betrifl't, haben wir in den Herren Perrey und Maltet die wahren Chroniker für Erdbeben erhalten, indem alle andern alte und neuere dynamische Bewegungen des Erdbodens viel sorgfältiger als vor 40 Jahren beob- achtet und selbst in einen theoretischen Verband gebracht wurden i). Seitdem haben in der physikalischen Geographie, die Unterschiede der äußeren Gestalten der verschiedenen Theile des Erdballes sehr an Schärfe gewonnen und ihre wahre Bildung ist an den Tag gekommen. Doch in dieser Richtung bleibt noch Manches unvollkommen, und vieles das in spätem Zeiten wahrscheinlich besser verstanden wird.

Ij Alexis l't'rrey Propositioii» sur It's liemlik'iiu'iils de terrü &: les volcaiis formulees. J>. ISCui. 8.

über die Rolle der Veränderungen des unorganischen Fes(en etc. 1 1

Die kurze Spanne des Menschenlebens führte eilig zu Theorien, welche nur theilweise ihre wahren Beweise hahen. Man übersieht gerne l'ür den Augenblick die einzelnen Mängel in der niauchinal eiteln lIoiTnung, öni'fi das Anomale doch endlicli in dem als Axiome Aufgestellten sich einpassen Mird, anstatt in jenem Außerordentlichen einen Riegel für unsere Phantasie zu sehen.

In allen Fällen bleibt die Thatsache der Verbindung der Vul- cane mit den Erdbeben obwohl niclit mit allen, indem, wie Kluge bemerkt, Vulcane am zahlreichsten und thätigsten in der Nähe der Verbindungs-Gegenden zweier Continente sind, wie wir es in Mexico und Ccntral-Amerika, in den nördlichen Theüen der Atlantik und des stillen Meeres, zwischen Hinter-Indien und Auslralien so wie auch im mittelländischen Meere wahrnehmen. Wo Zerstückelungen und Trennungen ehemals stattfanden, bestehen noch deutlich Spuren der Kräfte, Avelche diese Veränderungen hervorbrachten.

Seit 40 Jahren A\urden z. B. viele Küstenländer und Ränder genau aufgenommen und selbst oft mit Höhenmes- sungen verscliiedener Art in Verbindung gebracht (in England, Frankreich, den vereinigten Staaten Nord-Amerika"s u. s. w .). Nur solche Aufnahmen sammt wahren Küsten-Photographien werden in einigen Jahrhunderten reichlichen Aufschluß über die möglichen Veränderungen des Meeres -Niveauverhaltens gegen Continente und Inseln geben. Diese Bilder der Terrain -Contiguration sammt dem Wasser-Horizonte werden uns dann zeigen , was wir über die Stätigkeit und Veränderung des Wasserquantums unseres Planets wirklich glauben sollen, denn jetzt finden wir wohl auf sehr vielen Küsten des ganzen Erdballes unwiderrufliche Beweise von Wellen- schlägen gegen Felsen, so wie von Meeresufern auf dem trockenen Boden (siehe Chamber's Ancient Sea Margins 1848), Mir muth- massen aber kaum was für einen gesammten Erdraum Continente sammt Inseln, Avährend der Zeit der Hervorbringung dieser Merk- male, einnahmen. Gab es einmal wirklich mehr trockenen Boden als jetzt, so Avürde das jetzige tiefere Niveau der Oceane sich natur- gemäß erklären.

Nun in dieser speculativen Richtung haben wirklich nicht nur die Fortschritte der Geographie und Hydrographie, sondern auch die paläontologischen Folgerungen über die jetzige rationelle Verbreitung der Thiere und Pflanzen, den pliilosophischen Theorien IMaterial

12 B o u c'.

geliefcrl. ]M;m l'itiid sicli uameiitlicli vor Riitlisclii, i'üv clt'i-en Lösung kein oiulci-er i-icliliger Ausweg- als dieser erschien.

Darum ist für den Theoretiker die atlantisehe Allan tid kein IMährclien mehr, aher ihre Lage und Beslandtheiie denkt er sich ganz anders als die Phönicier und Griechen. Es muß namentlich östlich im allantischen Meere nördlich vom Äquator mehrere große Inseln gcgehen haben, von denen die daselhst wohibekannlen vul- canischen Inselgruppen nur sogenannte Überreste oder Satelliten waren '). Dann mußte etwas ähnliches zwischen Süd-Amerika und Afrika bestanden liaben , da man aueli daselbst noch einige kleine theilweise vnlcanische Inseln kennt. Doch für letzteres Verschwun- denes bot uns das organische Reich in beiden Continenten noch nicht dieselben Wahrscheinlichkeilen als für die ehemaligen Inseln der Nord-Allanlik. Wenn Edw. Korbes schon das Verschwinden der letzleru din-cli die lerliäre und jetzige marine Fauna an den britischen iusehi so A\ie durch die Landflora und Fauna dieses Reiches nachwies (Mem. geol. Survey of Great Brit. 1846, B. I, S. 336), so gaben sich Heer (Bibl. univ. de Geneve 18o6. B. 32 u. Ausland 1857. S. 405), Gaudin und Sirozzi Mühe die tertiäre Flora Europa"s mit der Amerika's vermittelst jener allen Inseln zu verbinden und zu erläutern (Mem. Soc. helvet. Sc. nat. I8G0. B. 18,

1) Nie. Desmiirest Diss. siir l'Aiio. jdiict. de rAiigleterre et de la Fraiire. Aniiens 17;>3, 12. V. Biier, Versuch üh. d. Atliinliker. Fraiikf. 177T. Charle. .1. Silvain, Bailly, Letlres sur rAtlanlide de Platoii et l"aiic. hist. de lAsie P. 1778, Lond. 1779, 8. J. de l'lsle de Sales, Hist, du monde primitif ou des Atlantes. P. 1780. 2. B. 8. Court de Ge bei in, Hisl. pliilos. inoiide primitif 1780, B. 6, S. 144 194 mit Charte. Comte I. B. Carle Letlres Americain. dans hu|. oii examiiic Tori- gine etc. des anc. hahit. de TAmeriq., Tancienne Communicat. des deux Heniisplieres et la derniere revolut., qui a fait disj)arait. l'Atlantide trad. de TAnj^lais. Bosloii u. P. 1788,2. B. 8, H um I.Ol dt (J. de Phys. 1801, 8.^3,8. 33). J. S. Bailly Leüres sur lAUaiitide de Piaton. engl. Üb. 1801, 2. ß. 8. Bory de St. Vincent. Essai sur les iles Fortune'es et Tantiqne Atlanlide P. 1802. 4. mit Charte. Fcirtia d"ürban Hist. et tbeorie du delug-e d'Og-yges ou de iNoe et de la submersioii de PAtlantide. P. 1808. 12. J. de Phys. 1809. B. 69, S. llfi. Tasch. f. Min. 1811, B. S. S. SGI. V. Hoff, Gesch. d. Veränderunf^ d, Krdobernüchp 1822. Bahama, Üiierbleihsel eines Continenles (Ausland 183ü, S. 211). .Martin, Ktudes sur le Tiniee dePlalon. B. 1, S. 202 32(5. Bibl. univ. Geneve 1.S42. B. 37, S. 24 27. D'Ave/.ac, les iics fanlasli(|. de POce'au occideulal au moyenage. Fragment inedit. d'une bi.st. des iles de rAIViij. P. I84ü. N i k les PAtlantide de Piaton expli()ue'c si'ientiliquement. .Nancy 186:;. 8.

über die Rolle der Veriiiideniiij^eii des unorganischen Festen etc. j 3

l>il)l. uiiiv. (JoiK'vc I8(JI, H. 10, 8. 87), was unser genialer College Dr. F. Unger auch (hat. (Die versunkene Insel Atlantis 1860. 8»). Seitdem ging Herr II. Jenkins in seinen hypothetischen Conti- nenten noch weiter und niutlunaßte, daß die mioeäne Flora und Fauna Europas mittelst derselhen Brücke während der Eocänzeit aus Amerika gekommen wäre (Geol. Mag. 1866, B. 3, S. 467 und Intellectual Übserver 1866 Sept.). Seit dieser Übersiedelung hätte sich dieses Organische in Asien, Afrika und in dem öst- lichen Meere verbreitet und nur ein Theil dieser Flora wäre über Central- und Nordasien und Japan nach Amerika zurückgekonmin. wie auch Asa Grey meint. Die amerikanische Flora wurde seit der Kreideperiode bis jetzt wenig verändert. Diese Muthmaßung würde über die amerikanischen tertiären Formen der fossilen Pflanzen der unteren Kreidefurmation längs des Missouri und Niobrara im Nebraska •) so wie über die zu hastige irrige Altersbestinnnung die- ser Pflanzen durch Dr. Heer im Jahre 1858 eine weitere Erklärung bringen 2).

Auf der südlichen Seite der Atlantik beweisen wenigstens gewisse eigenthümliche Süßwässer- oder Erdmollusken (Azoren, cana- rische Insel, St. Helena) so wie selbst Süßwässer (Madera) s) und tertiärer Kalk (Insel des grünen Vorgebirges), daß wie in den Inseln des griechisciien Archipels große Strecken Landes versunken oder zerstört worden sind. Um Süßwasser-Becken zu bilden gehören nicht nur solche Inseln, sondern die umgebenden Piänder oder Dämme, welche daselbst in allen Fällen lehlen. Auf den Inseln St. Helena und Tristan d'Acunha wächst nach Palm er der Coiiyza gimimifern (J. geogr. Soc. L. 1860. B. 30, S.264). Diese Inseln mit derjenigen Alcension genannten möchten wohl ehemalige versunkene Continente oder große Inseln andeuten und man kann selbst von der einsamen, aus älteren Gesteinsarten gebildeten Insel St. Paolo Ahnliches muth-

1) Siehe Hayden Proc. Ac. nat. Sc. Philad. 1837. Nr. 8—16. S. 100 ti. 151, 1838. B. 9, S. 139- 1S8. Americ. J. of Sc. 1860. N. F. B. 29, S. 286. Marcou Bull. Soc. geol. Fr. 1864. ß. 21. S. 142—146.

2) Siehe Marcou, aueh Newberry in Edinb, n. phil. J. 1860. N. F. B. 12, S. 303. Durch Marcou deutliche Auseinandersetzung hat Lesquereux Vertheidigung Heer's Ansichten gegen die Ne\vherry"s keinen Werth mehr. (Amer. J. of sc. 1860.B. 29, S. 434 436.)

^) Sieiie Ffartung's geol. Beschreib, d. Insel Madera u. Porto Santo 1866.

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nuisseii. (Darwill Geol. of the Beagle 1844. B. 2, Phil. Mag. !84ö. 3. R. ß. 26, S. 344.) Endlich müssen wir wieder in Erinnerung bringen, daß bis nach der Eocänzeit und vielleicht selbst noch im Anfange der Miociinperiode , der stille Ocean mit dem Atlantischen in freier Verbindung durch Central-Ameriica stand. Dieses wurde durch Vergleichung der marineu älteren tertiären Faunen an den Küsten und in den Inseln beider Weltmeere ausgemittelt i). Conrad und Lyell sind einig die lebenden Analogen der Miocän-Mollusken Nordamerika's bis zu 33 nördlicher Breite nur in der Atlantik und nicht in dem stillen Meere zu finden. D'Orbigny bestätigt dieses und erwähnt nur als Ausnalime die Calyplraca costcita, welche niiocän in Aen vereinigtiMi Staaten in Valparaiso lebt. J. C. Moore aber fügt zwei andere Anomalien hinzu, namentlich daß die Phos Vcraguc'Hsis aus St. Domingo in der Veragua- Bucht und Venus puer- pera aus St. Domingo auch in dem stillen Meere leben (Quart. J. geol. Soc. L. 18S0. B. 6, S. 52).

Gehen ^^ ir aber zum Ocean z w i s c h e n Afrika und Indien, so finden m ir in der Insel Maurice, in der la Reunion-Insel und den sogenannten Mascareignes ähnliche Andeutungen von ehemaliger großer Länderausdehnung, wie Süßwasserkalk und Sandsteine, einst unterseeische Wälder, eigenthümliche Vögel, Mollusken u. s. w. Herr G. Clarke fand in der ersten erwähnten Insel alle Anzeigen, daß sie nur ein Theil eines einst großen Continents war. (Quart. J. geol. Soc. d. 1867. B. 23, S. 190.) Sclaler stellt selbst die Hypothese einer Verbindung Afrikas mit Indien durch Madagascar und verschwundene Inseln auf. Das ist das Lemur-Land. Doch wenn er so weit gebt, die Antillen mit Süd-Afrika und Madagascar in uralten Zeiten zu verbinden, so widerspricht ihm Jenkins, welcher die Ver- setzung des Organiseben Westindiens nach Madagascar nur vermit- telst der atlantischen Atlantis für möglich glaubt. (Geol. Mag. 18l)6. B. 3, S. 465).

Indem inselreichen Hinter-In d ien hat A. R. Wall ace keine Mühe die wahrscheinliche ehemalige ^'erbindung nicht nur des

1) S. Dr. Antisell in Lieul. F'.-irkH's npimrt oii llie exploint. in California u s.w. in Report, of explorat. a. Siirvey for a Hail road to the Pacific. ISüT. B. 7. Amer. J. of Sc. 18S8. B. 26, S. 92. Conrad dito S. 127. D u n c a n .ähnliche Miocänkor.iUeii in den Antillen und lebende im Stilleu Ocean. (Q. J. geol. Soc. L. B. 19. S. 40(5.)

über die Rolle der Veriinderunfcen des unorg-anisclien Festen etc 1 O

hiiilerindischen Ai'cliipels mit dem Coiitinente ») sondern auch die- jenige zwischen der Aru-Insel , Neu-Guinea, Neu-Calcedonien und Australien zu beweisen a). Die Aru-Insel ist theilweise versunken und drei Flußbette durchziehen sie wie Wassercanäle. Diese Gruppe von Inseln mit denjenigen Hinter - Indiens besitzt eigenthiimliche Vögel, Marsupial-Thiere und selbst eine Art Rhinoceros haust in denjenigen neben der hiiiterindischen Halbinsel. Was soll man endlich von der vulcanischen Insel St. Paul , Amsterdam und Crosett denken, kann man sie in Gedanken mit der Insel Kergueten verbinden?

In dem stillen Meere haben die zahlreichen Inselgruppen schon lange die Vermuthung eines versunkenen Continentes im menschlieben Geiste und besonders bei Weltumsegiern angeregt s). Möchten es aber nicbt zwei gewesen sein oder gab es nicht erstlich eine Gruppe großer Inseln unter den Tropen, wo jetzt so viele Archi- pele aultauchen, und dann eine andere etwas nördlicber, ungefähr wo die Sandwichsinseln liegen? Auffallend ist es, daß in allen diesen Inseln nicht nur alle Flötzbildungen, sondern selbst die Merkmale der tertiären und selbst der alten Diluvialzeit fehlen, es sind nur Meer-

1) Herr Logan hat den Beweis davon linguistiseli geben wollen, indem er zeigte, daß diese Verbindung vor der Ankunft der Indier vorhanden war, da die Sprache der hinterindisehen Insulaner mehrere Ähnlichkeiten mit der Thibet- birmanischen und Tartar-japaiiesischeii hat. (Edinb. a phil. J. 1851. B. öO, S. 371 378.)

2) Ann. a Mag. nat. bist. 18ö8. B. 20, S. 47Ö. Americ. J. of Sc. iSöS. B. 2ö, S. 280.

3} Nach ßuffon, eine große Zone zerstörten Landes von Kamtschatka bis Neii- Britannien. Hist. nat. 1788. B. 2, S. 114. J. H. M a c c u 1 1 o c h. Großes versunkenes Continent in der Mitte des stillen Meeres. Researches on America etc. Baltimore 1817. Zeit. f. Min. 1826. B. 1, S. 448. Darwin, Geol. obs. on volcanic Islands etc. Voy. of the Beagle L. 1844. 8. oder die deutsche Übers, von Dieffenbach 1844. Dana, theilweise gegen Darwin's Ansichten Amer. J. of Sc. 1843. B. 4ö, S. 131 u. 310, Charte. N. Jahrb. f. Min. 1844, S. 228. Edinb. n. phil. J. 1843. B. 33, S. 341; 1833 B. So, S. 240. Proc. Americ. Assoc. N. F. 1849. ß. 2 ; F. H. V. Kittlitz, Ausland 18S8. S. 120. Mein ecke, Ausland 1864. S. 48. In Dar- win's u. Dana's Werken sind besonders die Gegenden des stillen Meeres specifi- cirt, wo Versenkungen oder Hebungen scheinbar annehmbar sind. Der einzige Jam. Gay Sawkins will in den süd-oceanischen Inseln keine Versenkungen, sondern nur Hebungen annehmen. (Quart. J. geol. Soc. L. 1836. B. 12, S. 383.) Auch war einst H. V. Streffleur gegen alle Senkungen u. Hebungen. (Entstehung der Continente 1847. S. I.i3 196.)

16 E5 o u e.

iiiul Fi'isfliwasst'r, iilliniitU- Sfiiiineiite oder Producte mit vulcaiii- sclu'ii Miilcrioii VL'fschii'dt'iK'r Zeiten. Diese Eigeiithümlichkeit uiiter- >elieidel ganz l»esoiiders die ticeaiiiselie Welt von der australischen, wo man in letzterer große Senkungen von secuadareii und selbst eoeäiien Gebilden annehmen muß. Im stillen Meere müßte man glau- ben, daß die Senkungen großer und vollständiger waren und daß last das ganze jetzige Feste Oceaniens in der Alluvialzeil liervor- geliraeht w urde.

Wenn w irklieli so große Contiiiente oder Inseln in vielen Mee- ren verschwunden wären, so könnte man wolil für die Erklärung der Merkmale des niedrig gewordenen Oeean-Niveau, anstatt der Hebungslheorie, nur die Hypothese der großen Versenkungen in der Ki'dknisle nach den tertiären Zeiten gelten lassen. W. L. Green be- haujttet selbst, daß allein die ungeheure tiefe Einsenkung im stillen Meere hinreichend gewesen sein würde, um das Niveau desOceans um 400—500' tiefer zu legen (Edinb. n. phil. J. 1857. 2. F. B. 6, S. 76). Diese Höhe wäre ungefähr diejenige der höchsten verlassenen jetzt trocken gelegten Meeresufer. Uns scheint es aber besser, alle Meeres- versenkungen i) im Ganzen gelten zu lassen und dann kann man sich fragen, ob nicht die Centrifugalkraft der Erdbewegung a) lange Zeit hat, beitragen zu müssen, vielmehr Inseln oder ganze Continente als jetzt überall zwischen den Tropen zu erzeugen , welche dann nur viel später größtentbeils sich gesenkt hätten, als die längliche von Nord nach Süd sicherstreckende und südlich zugespitzte Form der jetzigen Continente entstand s). Nur Eines in dieser Hypothese scheint sonder- bar, namentlich daß die Schwere in so späten geologischen Zeiten die Centrifugalkraft überwunden bäl^e. In allen Fällen bleibt es auf- fallend, da(5> die jetzigen höchsten Berge und Plateaux der Erde gerade

') Siehe Dr. H. ß int ha um, VersenkunufPn ii. Hebungen der Erdkrusle in Amerika, in den stillen, indischen u. atlantischeu Oceanen. in Klein-Asien, Süd-Afrika u. s. w. r.Iobus 1866, B. 10, Lief. 4, S. HG— 118. Lief. 7, S. 220 222, Lief. 8, S. 233—233.

2) Clausen, Einfluß der Erdrotat. auf die Bewegungen der Erdoberfläche. Bull. Ac. Sc. St. Pet. 1852. 2. F. B. 10, l'ogg. Ann. 18Ö3. Suppl. B. 4, S. 13S. II. Buff. Ann. d. Chem. u. Pharm. 1860. Suppl. Bd. 4, S. 207 226.

3) Der berühmte Beinhold Förster glaubte annehmen zu müssen, daß die Anstral- Spilxen der großen Continente durch das Drängen der Wässer vom Süden aus ent- st.mdfn. uifi den Platz der untergesunkenen Länder cin/.uneiMnen.

über die Rolle der Veränderungen des unorgniiisehen Festen etc. 1

zwischen den Tropen noch liegen wie in Süd-Amerika der Sorate, Illitnani, Chimhorasso und die hohen Anden überhaupt, in Afi-ika die Camerongebirge, der Kihnaiuijora, die Mondgebirge, Abyssinien, und in Asien nahe am Wendekreis des Krebses die höchsten Ketten und Plateaux in der Welt. Sollte man darin nicht noch ein Bruchstück der Wirkung der ehemaligen Centrifugalkraft unseres rotirenden Erdballes erkennen?

Würde hier wirklicli Elie de Beaumont's Gedanken von der Möglichkeit einer Beckenversenkung durch das immer grüßer wer- dende Gewicht seiner Sedimente oder Ablagerungen theilweise wenigstens seine Anwendung finden? (Explicat. de la Carte geol. de Fr. 1848. B. 2, S. 61 1 . Notice sur les syst, de montagnes 1852. Bd. 3, S. 1344 adnotat.)

Diese unsere gewagte Hypothese schließt dennoch gar nicht die andere ziemlich wahrscheinliche und von vielen physikalischen Theo- retikern getheilte Meinung über die localen Senkungen und He- bungen aus, welchen die Erdkruste seit ihrem ersten Festwerden ausgesetzt war. Die bestätigten Thatsachen dieser Bewegungen sind sehr zahlreich und vermehren sich noch alle Tage, so daß selbst eine Anzahl von Gelehrten darin ein regelmäßiges, vielleicht secu- läres Gesetz des Erdballes sehen will i). In allen Fällen beurkun- den uns die Erdbeben nur die stärksten Bewegungen des Bodens, indem die ganze Folge von Erdvibrationsresultaten nur höchst spär- lich zu unserer Kenntniß gelangt. Diejenigen, welche wie Rob. Mall et und J. Bourlot einen feuerflüssigen Körper im Erdballe noch vermuthen, erklären sich am leichtesten dieses ewige Rütteln und diese Unstätigkeit der continenten Ränder a), keiner hat aber

1) T. R. Robinson, Jährliche Bewegung der Erdkruste durch Temperatiirwechsel, Trans, roy. Irish acnd. 1841 B. 19, S. 193, Phil. mag. 1846, 3. F. B. 29, S. 81. J. Phillips, Über Bewegungen im geschichteten Gebirge. Brit. Assoc. Cork 1843. J. Reid, Fortwährende Bewegungen in der Erdkruste. Proc. Glasgow, geol. Soc. 1863. B. 2. Th. 1, S. 40. W. Ferrel, Bewegungen des Flüssigen und Festen im Erdboden. Amer. J. of Sc. 1861. N. F. B. 31. S. 27 31.

2) Rob. Mallet, Tägliche u. seculäre Bewegungen der Erdkruste. Geol. Soc. Dublin 11. März 1846. Phil. mag. 1846. 3. F. B. 29, S. 67 73. J. Bourlot Reacf. de la haute Temperat. et des mouvemenfs de la mer igne'e sur la croute exlerieure du globe. Etudes sur les mouvements diurnes ou raarees du sol P. 1863. Dr. R. P. Stevens, Seculäre Hebungen u. Senkungen Nordamerika's. Ausland 1864, S. 239. Vi riet seculäre Erdoscillationen. Bull. Soc. ge'ol. Fr. 1849. N. F. B. 6, S. 616 623

Sitzb. d. raathem.-naturw. Cl. LVll. Bd. 1. Abth. 2

18 B o n e.

diese Erdbewegungen im geologischen Sinne besser zergliedert als Herr A. Vezian. Er unterscheidet namentlich sechs Arten von dyna- mischen Bewegungen : 1. die vibratorischen oder seismischen, 2. die- jenigen, welche sehr langsam während der geologischen Zeiten das Niveau im kleineren oder größeren Theile der Erde veränderten und mit Verrückungen der inneren feuerflüssigen Masse in Correspon- denz standen, 3. die undulatorischen Bewegungen, welche nur wäh- rend einer bestimmten, obwohl langen Zeit, in gewissen Gegenden zu einer Abwechslung von See- und Süßwasserbildung Anlaß gaben oder überhaupt die geologischen Becken geogenisch änderten, 4, die oseil- latorischen Bewegungen, welche auf viel weitere Strecken der Erde ihre Wirkungen wie die aufgeregten Wellen der Fluth fühlen ließen; 5. die sehr langsamen und lang dauernden Anschwellungsbewegun- gen, wodurch Plateaux, Massives im Großen und Centralhebungen geschaffen wurden. Endlich die linearen orogenischen Bewegungen, welche mit mehr Kraft und weniger Zeit die Gebirgsketten nach und nach hervorgebracht haben. (C. B. Acad. Sc. P. 1860. B. 50, S. 814.) Es gibt aber noch eine Theorie, welche gänzlich .im Wider- spruch mit allen dem eben Erwähnten steht und die man nur als Phantasie stempeln kann, wenn man Beihen vonKüsten-Photographien für Jahrhunderte besitzen wird. Nach dieser würden die Merkmale eines ehemaligen höhern Niveau der Oceane nur den durch die Erde allmälig erlittenen Wasserverlust andeuten. Unsere Erde schreite langsam aber unwiderruflich zu jenem wasserarmen Stande unseres Mondes zu»)- Die Herren C. Saemann und B. Brison gehen selbst weiter, denn alle Wässer und selbst die Luft der Erde sollen nach und nach in ihrem Innern verschwinden 2).

1) S. J. Browall, Hist. u. phys. Uiitersuchun|fen d. vorgegeb. Veimindening des Wassers u. d. Vergrößerung der Erde. Stockh. ITSß. 8. : auch französ. L. L. Liiiussio Gilberfs. Ann. 1809. B. 31, S. 323. A. M. D. Tauscher, Über die Möglichkeit e. noch allmälig fortwährende Vergrößer, u. Ausbild. d. Erdkörpers im Verhältniß d. allmüligen Verniind. d. Wassers auf der Erde. Dresden 1821. 8". Jobard (durch die Polar-Eisbildung) C. H. Acad. d. Sc. P. 1838. B. 7, S. 973. Delesse, Bull. Soc. geol. Fr. 1861. B. 19, S. 87. Nowak'sAbh. über unter- irdische Abflüsse der Meere u. Oceane im Lotos 1862 63. Trautschold (aus- führlich), Zeitschr. deutsch, geol. Ges. 1863. B. 13, S. 411.

-) Bull. Soc. geol. Fr. 1861. N. F. B. 18, S. 322. N. Jahrb. f. Min. 1862. S. 94, Edinb. n. phü. J. 1861. N. F. B. 14. S. 144.

über die Rolle der Veriinderiingon des unorganischen Festen etc. t 9

Auf unsere Küstenländer- Aufnahme zurückkommend, möchte ich bemerken, daß die Küsten zu jenen von uns entfernten Zeiten keineswegs zu denselben Photographien wie jetzt wahrscheinlich Anlaß gegeben hätten. Ueberhaupt werden auf dem Erdballe manche Veränderungen durch eine unwahrnehmbare Verwitterung der Felsen und des felsigen Bodens, durch atmosphärische Abwaschungen der Erdoberfläche, durch Verwüstungen mittelst Winde (siehe W. Wh i taker. Quart, geol. Soc. L. 1867. B. 23, S. 263) bewirkt, so daß nicht nur die Felsenhöhe und Conturen einst andere sein werden , sondern es werden auch Thäler so wie Hügel oder Buckeln entstanden sein. Überhaupt bemerkten wir schon, daß manche unserer Thäler keinen andern Ursprung haben. Wenn selbst möglicherweise sehr enge Spalten in gewissen bestimmten Bichtungen für gewisse Gegenden das Hauptskelett der großen Thäler wohl oft gaben, so erreichten letztere nur immer ihre jetzige Vollständigkeit durch die Erosionskraft der Gewässer, wie man es so schön in den Bildern der sogenannten Caiionsgegend am oberen Colorado, in jenen vielseitig abgezweigten steilen canal- artigen Thälern Nordamerikas wahrnimmt. (S. Dana's Geologie oder Ives und Humphreys Americ. J. of Sc. 1862. B. 33, S. 395.)

Die jetzige oft gebrauchte, wohl bequeme, aber hie und da auf unsichern Beweisen stehende Theorie der Erderhebungen und Niedersenkungen wird nur dann zur definitiven genetischen Er- klärung werden, wenn wir solche Configurationsbilder aus durch Jahr- hunderte getrennten Zeiten besitzen werden. Denn zum Beispiel selbst in den Fällen, wo augenscheinlich das Meer vor dem trockenen Boden gewichen ist, oder wenn man will das Wasser durch Alluvium verdrängt wurde , fehlen uns nur zu oft ebensowohl die genaue physikalische Besehreibung als vorzüglich gänzlich die plastischen Bilder der ganzen Umgebung.

Wir möchten selbst glauben, dass nur auf diesem langwierigen Wege diejenigen Probleme ihre Lösungen bekommen werden, wenn es sich um Veränderungen im Gesichtskreise einer Lo- calität gegen die andere handelt. Solche Beobachtungen fanden oft ihre Zweifler oder ihre witzigen Erklärer durch Waldausrodung, Umbauung von Gebäuden , locale Senkungen u. s, w. , und doch am Ende mag etwas wahres an Manchem sein. Das Unorganische

2*

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ist voriiiuUMlicli im Grossen wie im Kleinen durch vielseitige mecha- nische Ursachen ').

Durch die Fortsehritte der Chemie, der Mineralogie, der Geo- gnosie, der genetischen Geologie und synllietischen Petrologie ist das Feld der cliemischen Veränderungen des Unorgani- schen ein viel größeres geworden und hesonders wurden diese letzteren in einem größerem Maßstahe in der Natur erkannt. Wenn auf diese Weise die mineralogischen Gattungen an Bestimmungs- schärfe ausserordenth'ch gewonnen hahen und jetzt noch immer gewinnen, so ofTenbarten sich uns jetzt viele als falsche Gattungen, nicht nur als Spielarten, sondern vorzüglich als Pseudomorphosen. (Siehe Blum's Kataloge u. s. w.) Wir sehen dadurch wie vielseitig die möglichen Veränderungen im Unorganischen sind, mögen diese nun unsern treien Augen sell)st theilweise entrückt sein oder im Gegentheil auf natürlichem oder künstlichem Wege sich bilden.

Durch die Kenntnisse dieser obgleich nur oft mikroskopischen oder unsichtbaren Veränderungen des kleinen Unorganischen auf- gerüttelt, haben Geologen so wie Chemiker sich weiter in jenem starren Reiche umsehen müssen, um zu ergründen, welche von diesen Veränderungen im Kleinen sich im grossen Masstabe noch bewähren konnten. Ob immer in dieser Richtung das richtige Mass bis jetzt gehalten wurde, bleibt für den Augenblick ein unberücksichtigtes Thema oder selbst Controverse. Doch um tüchtig in dieser Richtung mit wissenschaftlicher Sicherheit weiter zu schreiten, bleiben unsere

ij Wendelstadf, Dorf Stein von Neukirch im Nassauischen sichtbar geworden, vor 20 Jahren war es unsichtbar. (Moll's N. Jahrb. d. Berg- u. Hütteuk. 1824. Bd. 5, S. 461.) Zenker,